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Kirche in WDR 5 | 20.05.2023 | 06:55 Uhr

Neujahr der Bäume

Autor: Guten Morgen,

so hell ist das Grün in der Natur nur jetzt im Jahr. Neben den dicken Stämmen strecken die Buschwindröschen zwischen den welken Blättern vom Vorjahr die Köpfe vor; am Wegrand der Bärlauch, da wo es feucht ist und der Waldmeister unter den Haselsträuchern.

Es ist jetzt viel los auf dem Waldboden, da, wo die Frühjahrsonne noch durchkann durch die noch fast kahlen Baumkronen, und wo die Zweige der Buchen eben erst anfangen, vorsichtig erste Blättchen rauszuschieben.

Noch ganz dünn sind die, fast wie auf Probe und so hellgrün, wie sonst nie mehr Jahr. Maigrün. Alles ist so voller Kraft und zugleich noch ganz zart, verletzlich und voller Zukunft zugleich. Bald schon, da wird das Grün mit jedem Tag satter und das Blätterdach hat sich bei jedem Gang in den Wald ein bisschen mehr geschlossen – wie ein lebendiger grüner Dom. Auch das ist großartig, aber ich mag diese hellgrüne Zwischenzeit ganz besonders.


Im Judentum gibt es einen kleinen Feiertag, auf den bin ich wirklich neidisch, weil er genau dieser Übergangszeit gilt – im Mittelmeerklima des Landes Israel liegt sie natürlich früher.

Das Fest heißt TubiSchevat. Mit ihm preisen die Gläubigen Gott, den Schöpfer der Bäume und seiner Früchte. Das Fest gilt als das „Neujahr der Bäume“.

Klar, wenn man drüber nachdenkt, haben auch die Bäume ihren Jahresanfang und Jahresrhythmus. Es ist nicht unser Rhythmus, aber die Bäume gehören uns auch nicht.

Wie es in einem Psalm der Bibel heißt.


Sprecherin: „Die Bäume Gottes, des Herrn, stehen voll Saft,

die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat.

Dort nisten die Vögel, und die Störche wohnen in den Wipfeln.“
(Die Bibel, Luther 2017, Psalm 104,16f)


Autor: Das TubiSchevat-Fest geht zurück auf ein Gebot der jüdischen Torah. Es steht ganz nah beim Gebot der Nächsten- und Feindesliebe und es besagt: Obstbäume, die du selbst gepflanzt hast, lass für drei Jahre in Ruhe. Beschneide sie nicht und ernte die Früchte nicht, bevor der Baum seine ersten Jahre für sich hatte.

Der Wissensstand heutigen Obstbaus ist das wohl nicht. Aber der Gedanke dahinter, den könnten wir endlich anfangen zu lernen:

Die Geschöpfe in ihrem Rhythmus und ihrem ganz eigenen Recht wahrnehmen, auch wenn das nicht mein, nicht unser Rhythmus ist. Sie nicht verzwecken, sie mehr sein lassen als nützlich oder gleichgültig.

Ein jüdisches Gebet sagt es so:


Sprecherin: „Möge unser Blatt nicht welken und alles, was wir tun gelingen. Mögen wir uns alles dessen erbarmen, was gesät ist, was wächst und ins Leben strebt. Möge dieses Erbarmen weit reichen und sich bis in alle vier Enden der Erde erstrecken.“ (1)


Autor: Einen ersprießlichen Tag im eigenen Rhythmus und mit großem Herz für den Rhythmus anderer Geschöpfe, den wünsche ich Ihnen.


Ihr Jan-Dirk Döhling aus Bielefeld.



Quellen:

(1) Dalia Marx, Einstimmung auf den Monat Schwat, in: Bibel heute 223 (2023), S. 29.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


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