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Kirche in WDR 5 | 03.08.2023 | 06:55 Uhr

Ich möchte klingen!

Ich hadere gerade mit meiner Kirche. Und manchmal fallen mir mehr Gründe ein, mich von ihr abzuwenden, als mich zu ihr zu bekennen. Aber: Ich komme nicht von ihr los. Trotz allem. Und das liegt an Menschen wie Bruder Norbert. Der lebt als Klausner auf der Dörnschlade – eine kleine Kapelle in meiner Wendschen Heimat. Und Norbert predigt mir den lieben Gott in einer einmaligen Weise ins Herz.

Einmal hatte er für seine Predigt eine Klangschale mitgebracht. Also so eine Bronze-Schale, wie sie in Fernost als Küchengeschirr verwendet wird und die bei uns in Europa gerne bei Meditationen eingesetzt wird. Diese Schalen haben jedenfalls einen wunderbar weichen, warmen Klang. Und Bruder Norbert verglich dieses Instrument mit unserem menschlichen Leben. Er war überzeugt: Diesen schönen, warmen, weichen Ton – den bringt der liebe Gott zum Klingen. So weit so gut. Dann aber legte Norbert Gegenstände in diese Klangschlage. Solche, die symbolhaft für Teile unseres Lebens stehen. Da kam dann ein Gegenstand für unsere Arbeit in die Schale. Ein anderer für unsere Hobbys. Und so ging es weiter. Irgendwann war die Schale dann voll – und Norbert nahm den Klöppel, schlug damit an die Klangschale – und man hörte nur ein dumpfes, stumpfes, kurzes „Klong“. Da schwang nichts mehr. Da klang nichts mehr. Da vibrierte nichts mehr.

Liebe Hörerinnen und Hörer: Ja, ich hadere manches Mal mit meiner Kirche. Und dann erinnern mich Menschen wie Bruder Norbert daran, dass ich die Schale meines Lebens viel zu oft voll mache mit Gedanken, Sorgen, Dingen, die eigentlich nur verhindern, dass in mir das Gute und Schöne zum Klingen kommen kann. Ich bin so damit beschäftigt, Aufgaben zu erledigen – dass ich gar nicht mehr spüre, wie diese Aufgaben mich erledigen. Ich bin in meinem Leben so mit Machen und Schaffen beschäftigt, dass ich nicht mehr merke, wie das Leben mich schafft. Und da bin ich dann dankbar für Menschen, die mich erinnern, dass ich gar nicht klingen kann, wenn ich jeden Quadratmillimeter in mir mit Alltäglichkeiten und Nichtigkeiten fülle. Ich bin dankbar für Menschen wie Bruder Norbert, die mir noch einmal deutlich machen, dass mein Glaube nichts ist, was gefüllt werden muss. Im Gegenteil. Glauben bedeutet zunächst einmal, leer und frei zu sein dafür, dass der liebe Gott mich zum Klingen bringen kann. Es sind Menschen wie Bruder Norbert, die mich daran erinnern, dass es vielleicht nicht die Himmel sind, die schweigen, sondern mein lauter Alltag lässt den Himmel gar nicht erst ertönen. Und auf Menschen, die mich daran erinnern, möchte ich nicht verzichten. Niemals.

Nachdenklich, aber ziemlich zuversichtlich grüßt Sie deshalb Ihr Diakon Claudius Rosenthal aus Altenwenden.

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