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Kirche in WDR 5 | 11.11.2023 | 06:55 Uhr

Status

Guten Morgen!

Auf WhatsApp bekomme ich regelmäßig den aktuellen Status von den Menschen angezeigt, die hierüber mit mir verbunden sind. Die allermeisten zeigen dann schöne Landschaften und Reiseeindrücke, von den Orten, wo sie gerade sind. Oder es geht um berufliche oder private Erfolge, Höhepunkte des Lebens. Ich habe den Eindruck: Da möchte niemand zurückstecken. Das WhatsApp-Format „Status“ meint ja vielleicht die Lage oder Situation aber „Status“ meint auch den Stand innerhalb einer Gruppe oder der Gesellschaft. Kein Wunder: Manchmal ufert die Präsentation auf WhatsApp sogar in Prahlerei aus. Seht her, das kann ich mir leisten, schaut, so weit bin ich heute Rad gefahren. Guckt mal, das habe ich mich getraut.

Heute, am 11.11. beginnt der Karneval. Und der hat es in sich – gerade was den Status angeht, denn er hält ja der Welt den Spiegel vor, dreht quasi die Welt auf den Kopf. Wie wäre es also im WhatsApp-Status einmal die Dinge zu posten, die nicht gelingen im Leben. Bei mir wüsste ich schon so einiges: Eine Karnevalistin bin ich nicht. Und das merken Sie vielleicht auch. Und ein Spitzenkoch à la Helmut Gote bin ich auch nicht, wenn ich ein Menü zubereiten soll. Ich vermute einmal: Diejenigen die einen solchen Status von mir lesen würden, wären irritiert oder müssten lachen, denn damit machte ich mich ja auch etwas zur Närrin.

Aber jetzt Mal Spaß beiseite: Was ist mit den Schwächen, den Fehlern, den Unzulänglichkeiten, die ich wie jeder von uns habe? Wo ist dafür Platz im Leben und wo ist die Plattform, wo ich das zeigen darf? Wer darf darüber überhaupt etwas wissen?

Die Idee mit dem Umkehren des Status stammt übrigens nicht von mir, sondern ist schon sehr alt: Ich habe sie beim Apostel Paulus gefunden im Neuen Testament (vgl. 2 Kor 11,21-33). Paulus hat nämlich beobachtet, dass „viele Menschen im Sinn dieser Welt prahlen“. Und so schreibt er dann, auch er wolle einmal prahlen und zwar als Narr. Er kündigt die Ironie, mit der er schreibt, also vorab an und hält den Menschen mit seiner närrischen Prahlerei eben auch den Spiegel vor. So lobt er sich u.a. für seine Gefängnisaufenthalte und die Schläge, die er einstecken musste. Wahrlich keine Dinge, mit denen man Eindruck schinden könnte, geschweige denn heute im WhatsApp-Status großartig beachtet würde.

Paulus führte den Menschen in Korinth vor Augen, wie unsinnig Prahlereien und Überheblichkeiten sind. Und ich merke beim Lesen dieses alten Textes, wie aktuell das Thema ist, das Paulus behandelt. Letztlich geht es darum, worüber sich Menschen definieren. Was macht mich wirklich aus und was macht die Menschen wirklich aus, deren Status ich heute Morgen bei WhatsApp verfolgen konnte? Anders gefragt: Wer bin ich eigentlich?

Mir wird deutlich: Eigentlich bin ich viel mehr als mein Status es je zeigen kann, denn – und das sage ich als Christin: Es gibt da einen Gott, der mich kennt und annimmt, so wie ich bin – Staus hin oder her.

Aus Gladbeck grüßt Sie Meike Wagener-Esser

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